Scheibenschlagen: Brauchtum lebt
Von Helmut Wenzel
Landeck – Scheibenschlagen am Abend des 5. März (Kassunnti, erster Sonntag der Fastenzeit) – das ist uraltes Brauchtum, mit dem Landeck ein Alleinstellungsmerkmal in Tirol hat. Andernorts sei diese Tradition später übernommen worden – davon sind die Landecker überzeugt. Auch die Männer der Stadtfeuerwehr, die in den vergangenen Tagen rund 4500 gelochte Scheiben aus Birkenstämmen gehackt haben. „Die Birken haben wir zu Weihnachten aus dem Wald geholt“, verrät Kommandant Reinhold Greuter. „Wir pflegen ein Kulturgut, das in der Bevölkerung nach wie vor populär ist“, schildert der Kommandant.
Bei Einbruch der Dämmerung lodert ein Feuer auf der Trams bei Landeck. Besucher treffen ein, um köstliche Kaskiachln zu genießen. Feuerwehrmänner schnappen sich die Scheiben mit einem Haselnussstock, bringen sie zum Glühen, um sie dann mit einem Sprüchlein über die Rampe zu schleudern. Jeder in Landeck kennt es: „Dia Scheiba, dia Scheiba, dia muass i jiatz treiba. Schmalz in dar Pfonna, Kiachla in dar Wonna, Pfluag in der Eard, dass dia Scheiba weit aussa geaht. Sie gkeart der Familie ...“ Allen Einheimischen ist eine Scheibe gewidmet.
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Vom Schwarzwald von da kenne ich das Scheiben schlágen auch