„Wasservogelsingen“ – Brauchtum zu Pfingsten
Zu Pfingsten kommt in manchen Dörfern rund um die Dreiflüssestadt wieder ein besonderer Brauch auf: Das Wasservogelsingen, das charakteristisch für die Region des Bayerischen Waldes ist.
Dabei ziehen Mitglieder von örtlichen Vereinen am Abend des Pfingssonntag bzw. in der Nacht auf den Pfingstmontag durch den Ort und tragen im besten Fall wasserfeste Gewänder. Denn dabei werden sie von den Bewohnern des Dorfes mit Wasser übergossen und das ist sogar gewollt. Dabei wird das Wasservogellied gesungen, das von Ort zu Ort etwas variieren kann, aber beim Übergießen wird meist folgender Vers angestimmt: „Mia sand so bresldrucka, ois wia a Ofaglucka, d’Wasservögl muaß ma giaßn, sunst tuat’s ös boid verdriaßn.“
Aber natürlich wollen die „Vögl“ nicht nur mit Wasser übergossen werden, sondern bitten auch um Gaben. Während traditionell auch Eier verkauft wurden, bittet man heutzutage meist um Geldspenden. Aber auch flüssige Gaben dürfen in aller Regel nicht fehlen. Die genaue Herkunft dieses Brauchs ist übrigens ungeklärt, einige Hinweise führen in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. 1939 veröffentlichte der Dichter Max Matheis aus Triftern in einem Band ein Gedicht mit dem Titel „Wasservoglsingen“.https://www.focus.de/regional/passau/pas...id_8946531.html