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Noch mal ZWANZIG sein
Noch mal ZWANZIG sein
in Rehmann Horst und seine Gedichte 28.10.2018 10:00von Rehmann •

Noch mal ZWANZIG sein
Es war doch eine schöne Zeit,
man lebte stets in Saus und Braus,
hinzu kam noch die Wendigkeit,
warum ist das heut alles aus.
Das Alter bringt nur Last und Pein,
man müsste noch mal zwanzig sein.
Bei jedem Fest war man dabei,
feierte bis in den Morgen,
man fühlte sich so frank und frei,
Heiterkeit verdrängte Sorgen.
Im Alter trinkt man einsam Wein,
man müsste noch mal zwanzig sein.
Man reiste gerne um die Welt,
lernte viele Menschen kennen,
verprasste jede Menge Geld,
setzte selbst beim Pferderennen.
Das Altern bremst kein Euroschein,
man müsste noch mal zwanzig sein.
Von Krankheit wurde man verschont,
der Arztbesuch war Seltenheit,
die Fitness wurde noch betont,
durch Muskelkraft und Eitelkeit.
Beim Altern stört manch Zipperlein,
man müsste noch mal zwanzig sein.
Die Gelenke wurden steifer,
doch man verstand es einfach nicht,
das der Mensch trotz Schwung und Eifer,
nach langem Dasein mürb zerbricht.
Zum Altsein kommt nun das Allein,
man müsste noch mal zwanzig sein.
© Horst Rehmann

RE: Noch mal ZWANZIG sein
in Rehmann Horst und seine Gedichte 28.10.2018 11:10von Mai •

Dein Gedicht gefällt mir.
Ich gehöre allerdings zu jenen, die keine 20 mehr sein möchte. Nicht in dieser Zeit, die so voll Hass und Spaltung in der Gesellschaft gebeutelt scheint.
Ja. Heute bin ich nicht mehr gesund und muss viele Medikamente nehmen, aber ich möchte trotzdem heute nicht mit einem 20 jährigen tauschen. Zu meiner Zeit war man als 20 jährige nicht einsam. Ich kenne heute viele 20 jährige, die einsam sind. Der Zusammenhalt ist nicht mehr, wie früher, so zumindest meine eigene Beobachtung und die schnelllebige Zeit fordert den jungen Menschen. Man möchte schließlich dazu gehören.


RE: Noch mal ZWANZIG sein
in Rehmann Horst und seine Gedichte 28.10.2018 15:13von Mai •

Ich getraue mich schon lange nicht mehr Nachts auf die Straße. Da mein Gangbild nicht dem normalen entspricht und ich nicht rascher laufen könnte, setze ich mich dem nicht mehr aus.
Ein einziges Erlebnis bei uns auf der Brücke über dem Bach hat mich geprägt. Ich habe den Enten zugeschaut, es war schon leicht dämmrig und ich war so in diesem Spiel versunken, dass ich nicht bemerkt habe, dass mich eine Horde junger Männer eingekreist haben. Gott! Ich habe nicht gewusst, dass ich noch so eine starke Stimme habe, so geschrien habe ich. Sie sind dann in alle Richtungen weg gelaufen, aber meine Beine sind immer mehr zu Gummi geworden und ich habe schon Angst gehabt, es nicht mehr nachhause zu schaffen. Das war dann das letzte Mal, dass ich alleine unterwegs war. Gar nicht weit von zuhause, aber wenn man nicht flott ist, kann dieser Weg endlos werden. Seit diesem Tag verbringe ich mein Leben mehr oder weniger nur noch in der Wohnung. Leider habe ich niemanden, der mich begleiten könnte, aber man gewöhnt sich an alles.

RE: Noch mal ZWANZIG sein
in Rehmann Horst und seine Gedichte 29.10.2018 08:37von Uschi •

liebe @Mai
das ist ja furchtbar was du da erlebt hast
da würde ich freiwillig auch nicht mehr auf die Straße gehen
beziehungsweise nicht mehr in der Dunkelheit.
hallo Horst
eins hast du vergessen
man müsste noch mal zwanzig sein
und so verliebt wie damals

RE: Noch mal ZWANZIG sein
in Rehmann Horst und seine Gedichte 29.10.2018 10:36von Mai •

liebe Uschi für das Video.
Ja lieber Horst. Das Erlebnis hat mich geprägt, aber ich kenne mittlerweile einige, die sagen, sie wagen sich bei Dunkelheit nicht mehr alleine auf die Straße, obwohl sie so ein Erlebnis nicht gehabt haben. Bei uns im Haus wohnt eine starke Raucherin. Sie raucht aber nicht in der Wohnung und bis vor kurzem auch nicht auf ihrem Balkon, doch jetzt habe ich sie im Stiegenhaus getroffen und da sagte sie mir, dass sie nicht mehr vor die Haustüre geht, um zu Rauchen, sondern auf dem Balkon raucht. Das ist eine starke Persönlichkeit, aber auch ihr ist es mulmig, wenn es dunkel ist, nach draußen zu gehen. Die haben die Gehwege breiter gemacht, was ja kein Nachteil ist, aber jetzt gibt es viele Durchläufer, die nicht hier wohnen, aber ein großes Stück ihres Weges abschneiden, wenn sie durch unsere Siedlung gehen und das sind alles junge Männer. Die kommen in Rudeln.

RE: Noch mal ZWANZIG sein
in Rehmann Horst und seine Gedichte 30.10.2018 10:34von Mai •

....und jetzt wird es ja schon zeitig dunkel, aber ich wage es nicht, nur eine Runde um den Häuserblock zu gehen. Ich stelle mich in Jacke gepackt auf den kleinen Balkon. Wie gut, dass wir den haben.
Da sehe ich dann die Männerschar auf den Bänken vor dem Hause sitzen. Sie fühlen sich wohl da, essen und trinken und unterhalten sich fröhlich in einer Sprache, die ich nicht verstehe. Die Reste und den Mist lassen sie dann da, wenn sie von dannen ziehen. Sie wohnen nicht in unserer Siedlung, aber wir dürfen die Beseitigung des Mülls natürlich zahlen und selbstverständlich dürfen sie da sitzen. Beschwerden diverser Hausbewohner haben das immer zu hören bekommen. Die Bänke, die vor der Renovierung eigentlich nur für die SiedlungsbewohnerInnen gedacht war, dürfen jetzt alle benützen. Mir würde niemals einfallen, in eine andere Siedlung zu gehen, mich dort nieder zu lassen, zu picknicken und dann den Müll auch noch dort zu lassen. Dabei stehen neben jeder Bank Mülleimer, aber die werden nicht benützt, ebenso wenig die Aschenbecher. Das landet alles direkt vor den Bänken auf den Boden, haufenweise. Ich freue mich schon auf den Winter und hoffentlich wird es saukalt.

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