
Heute war ein besonders schöner, sonniger Tag und ich hatte mir vorgenommen, eine kleine Wanderung am Morgen zu unternehmen. Auf dem Programm: Der spektakuläre Aachtobel beim kleinen Dörfchen „Hohenbodman“, nicht weit von Owingen und Überlingen, mit einer 1.000 Jahre alten Linde in der Ortsmitte. Distanz: 7.3 km - Dauer: 2-3 Stunden. Gerade richtig! Also Rucksack packen, Wanderschuhe und den Fotoapparat nicht vergessen und dann ging’s um 9 Uhr los. Weit ist es ja nicht, eigentlich nur 20 Minuten von zu Hause, außer man verfährt sich, was mir öfter passiert.
Am Parkplatz angekommen, war ich wohl der einzige Mensch, der diese kleine Tour vorhatte und ich studierte erst einmal den vorgeschlagenen Weg auf einer großen Tafel.
Nach dem vielen Regen war alles üppig grün, die Vögel sangen und auf einer angrenzenden Wiese fraßen ein paar Kühe mit Glocken um den Hals gemächlich das lange Gras – Glück pur. Ich hatte die perfekte Wanderung vor mir. Erst ging es einmal bergab auf einer geteerten Straße, aber bald kam ich zu einer Abbiegung und auf einen Feldweg, der durch einen großen Bauernhof in Richtung Wald führte. Über einen Kilometer hatte ich schon geschafft und dann kam die böse Überraschung – ein großes Schild, auf dem zu lesen war: Durchgang verboten – Forstarbeiten – Lebensgefahr.
Aus der Spaß! Für ein paar Sekunden habe ich im Inneren protestiert, mich aber dann dem Unausweichlichen ergeben. Vielleicht hätte ich doch den umgekehrten Weg wählen sollen, bin aber sicher, dass ich dort bald auf ein Schild mit derselben Warnung gestoßen wäre. Also wieder zurück – denselben Weg nach oben, den ich gerade herunter gekommen war – sehr viel anstrengender, weil so steil (eine kleine Rast, ein Apfel und ein Schluck aus der Wasserflasche hat’s gerichtet). Wäre doch hilfreich gewesen, wenn man auf der am Parkplatz stehenden Tafel eine kleine Warnung angeheftet hätte.
Und was hatte ich verpasst? Eines der ältesten Naturschutzgebiete in Deutschland, entlang der Linzer Aach, mit einer abwechslungsreichen Flora – im Frühling blühen dort Märzenbecher, später dann Amaryllisgewächse und Orchideen. Auch wenn diese dann nicht mehr blühen werden, werde ich noch einmal versuchen, diesen Weg zu einem späteren Zeitpunkt zu erwandern, denn die Aach, die schroffen Felsen und andere Pflanzen werden immer noch zu sehen sein. Und wenn ich nicht zu müde bin, dann werde ich sogar die 138 Stufen auf den Hohenbodmanturm steigen und von oben die Weitsicht auf das umliegende Land und den Bodensee genießen.