«Bedeutende Gestalten der Mittwinterzeit» Gläreli und Schometgretli
in Brauchtum und Feiertage
20.11.2015 10:02
von
Uschi
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«Bedeutende Gestalten der Mittwinterzeit» Gläreli und Schometgretli
Fliegende Strohpuppen brachten Glück Wenn die Nächte lang sind und der Sommer noch weit, erfinden die Menschen Sagen und Figuren. Der Mythos vom Gläreli nimmt im Stammertal wieder Gestalt an.
Zitat Heute kann man sich schwer vorstellen, wie Stammheimer eine Strohpuppe über ein Haus werfen. Schon in vorchristlicher Zeit soll es aber so gewesen sein. Damals waren die Häuser auch noch etwas kleiner ... Der Kulturanthropologe Kurt Derungs hat den Gläreli-Brauch wieder entdeckt. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts lässt sich das «Glärele» vom Seebach- und Stammertal bis ins Zürcher Weinland und an den Rhein nachweisen. Andernorts nannte man die Gestalt «Hilarimaa».
Der Glärelistag ist der 13. Januar, mitten im Winter und nahe am alten Silvester. Da wollten sich die Menschen etwas aufmuntern und feierten drei Tage lang mit Musik und Scherzen. Mädchen luden die jungen Männer zu einer Stubete ein. Den Höhepunkt des Fests stellte das Gläreli-Werfen dar, denn «so hoch» sollte das Korn im neuen Jahr stehen! Die Strohpuppe verkörperte einen Korngeist, der für die vegetationslose Zeit stand. Er war ein «Vermittler», brachte aber auch Schutz, neues Leben und Segen aus der Welt der Toten. War das Fest vorbei, wurde auch er begraben. Damit sollte der Ahnengeist in die Unterwelt zurückkehren und durch die Kraft der Erde im Frühjahr als grüner Mann wiederkehren.
Eine Partnerin für Gläreli
So wie die Menschen beiderlei Geschlechts miteinander feierten, so sollte auch der Gläreli ein Pendant erhalten, das Schometgretli.